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Uzziel van Baalson, Deutschland

Unser TL27-Botschafter Lorenzo Bedini ist eines der Urgesteine der britischen Progressive-Rock-Szene in Norfolk. Wobei er das selbst nie so sehen würde. Denn zum Einen ist er nur zur Hälfte Engländer – seine der Kunst des schönen Lebens verschriebene andere Hälfte ist italienisch. Zum Anderen ist er für ein Urgestein viel zu spät geboren, wie er selbst auf der Webseite seiner Band Airbridge (www.airbridgeprog.com) bedauert. Und schließlich liegt ihm nichts ferner, als sich selbst ins Rampenlicht zu stellen.

„Ordentliche Musik existierte noch, aber sie war unglaublich schwierig zu finden“, schreibt er über seine Jugend 1975. Die Swinging Sixties waren vorbei und die besten Jahre der 70er ebenfalls. So jedenfalls empfand es Lorenzo. „Man brauchte Freunde mit Plattensammlungen, um an Bands wie Led Zeppelin, Pink Floyd, Genesis oder King Crimson zu gelangen.“

Lorenzo hatte die richtigen, aber während er das Universum der Progressive-Rock-Gründer erkundete, war in London der Punk auf dem Siegeszug. Also ging es 1980 wieder zurück in die Heimat, nach Norwich. Und in der verschlafenen Universitätsstadt im Osten Englands stieß er auf ein kleines Kärtchen am Fenster des örtlichen Musikladens: „Local band seeks guitarist. Influences: Hawkwind, Yes and Emmerson, Lake and Palmer…“ Dieser Fund war die Geburtsstunde von Airbridge.

Der erste Gig an einem Freitag Abend im November 1980. 1981 „Penwith“, der erste Live-Hit, das erste selbstgedrehte Musikvideo – gefilmt am Hochzeitswochenende von Lady Diana Spencer and Prince Charles. Und schließlich „Paradise moves“, das erste Album, veröffentlicht bei Red Lightnin’ Records.

Jahre und Jahrzehnte zogen in der Folge ins Land und Airbridge traten in unterschiedlichen Formationen auf. Die musikalische Reise führte die Band schließlich bis in den berühmten Londoner Marquee Club, wo sie als Vorgruppe von Trilogy auftraten. Auch Lorenzo – inzwischen bei den Bühnenshows bekannt als der Count im Mönchskostüm, dessen Kapuze sein Gesicht vollständig verdeckte – nahm irgendwann seine Airbridge-Auszeit. Es wurde jedoch kein Abschied von der Musik: Immer wieder ergaben sich aus dem Netzwerk der Norwicher Prog-Rocker neue Kontakte – und daraus neue Projekte. Und schließlich fanden Airbridge in der heutigen Dreierbesetzung zusammen: Jason Crompton, Dave Dowdeswell-Allaway und natürlich Lorenzo Bedini.

Familiäre Gründe waren es, die Lorenzo in der Folgezeit in das Heimatland seines Vaters, nach Italien, zogen. In der Nähe seiner Schwester Arabella, die als Studiotechnikerin aktiv war, fand er in dem kleinen Ort Roccalbegna, in der Mitte zwischen Florenz und Rom, sein neues Zuhause – und nach zwei Airbridge-Konzerten in Roccalbegna eine neue Form der Zusammenarbeit mit den zwei Bandkollegen, die übrig geblieben waren. Musikfiles wurden zwischen Italien und der Insel hin- und her-geschickt. Und als Airbridge sich wieder einmal getrennt hatten, begann Lorenzo mit der Arbeit an „The Memories of Water“, einer Platte, die das dritte und bislang letzte Album von Airbridge werden sollte.

Doch Lorenzos Kreativität beschränkte sich nicht nur auf Airbridge. Das Schreiben – nicht nur von durchdachten Songtexten, sondern auch von Kurzgeschichten und einem Roman – hat ihn seit seinem 14. Lebensjahr im Griff. Inzwischen hat er in seinem Wiohnzimmerstudio in Roccalbegna bereits mehrere Soloalben aufgenommen, das Persönlichste „Who never was“ kam vor einem Jahr heraus.

Aktuell hat er zusammen mit Amanda Lehmann (Sängerin bei Genesis Co-Gründer Steve Hackett) einen Charitysong für Kinder, die unter Kriegen leiden, geschrieben. (zum Charitysong „Do you  wonder?), Und als Botschafter hat Lorenzo für die TL27-Leser gleich eine sehr persönliche Entstehungsgeschichte dieses Songs geschrieben.

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